South Coast Track (TAS)

Die Vorgeschichte zu diesem Teil des Weges könnt ihr auf der Seite über den Port-Davey Track nachlesen!

Von der Ranger Station aus, zu der man entweder fliegen kann oder über den Port-Davey Track gelangt ging es über ein paar Holz Planken zum ersten Strand des South-Coast Trails.

Das beeindruckende daran war, dass die einzige Möglichkeit an diesen Strand zu gelangen der Weg zu Fuß oder der mit dem Boot ist. Somit waren meine Fußabdrücke die ersten die den feuchten Sand eindrückten. Die Szenerie war wirklich atemberaubend schön und ich hielt am ersten Zeltplatz direkt am Strand an, baute kurz das Zelt auf und sprang erst einmal ins Meer. Ich hatte die Hoffnung keinen Tiger Haien oder blau beringten Oktopussen zu begegnen – die giftigsten Oktopusse der Welt (wie sollte es anders sein). Abends trafen dann auch die beiden neu Eingereisten Wanderer ein, John und Peter, beides Tasmanier obwohl  Peter ein emigrierter Brite ist, welcher eine Zeit lang als fliegender Doktor auf dem “mainland” von Australien gearbeitet hatte. Ein sehr beruhigender Fakt, da ich nun nicht mehr alleine ging sondern mich den beiden Anschloss und zudem ein Doktor mit Erfahrung in Schlangenbissen dabei war. Zu allem Überfluss war John ein wandelndes Lexikon was Meerestiere anging, somit kochten wir Abends fortan fast immer einen Topf Miesmuscheln und/oder Seeschnecken.

Der eigentliche South-East coast trail is etwas häufiger begangen als der Port-Davey Track, damit ergab sich weniger “bushwacking” aber auch wesentlich mehr Matsch. Wo mir das Wetter in der ersten Wochen mehr als nur gesonnen war – 8 Tage ununterbrochen Sonne ist in Tasmanien wirklich selten – hatten wir am dritten Tag nach der Ranger Station 3 Tage lang Regen, der durch einen Wolkenbruch eingeleitet wurde. Das war das erste Mal das mein Zelt was aushalten musste, und ich war erstaunt am nächsten morgen nicht einen Tropfen Wasser im Zelt zu finden. Meine zwei Wanderkollegen hatten allerdings nicht ganz so viel Glück, da ihr in die Jahre gekommener Zeltboden eher porös als wasserdicht war. Nach der sehr regenreichen Nacht folgte und ein beständiger Nieselregen der ab und an auch stärker wurde. Der Regen lies die Creeks anschwellen und verwandelte Teile des Tracks in Bäche. An einem der Hügel war ich beim Aufstieg konstant bis zu den Knien in recht kaltem Wasser unterwegs. Am dritten Nachmittag des dritten Tages kamen wir zu einem Creek der zum brausenden Fluß geworden war. Dieser konnte nur noch in der Mündung ins Meer überquert werden, da sich die Strömung bei ankommender Welle neutralisierte. Zum Glück hörte der Regen auf und gleich am nächsten Tag erklommen wir den Höchsten Hügel der Tour mit knapp 930 Metern. da der Rest der Strecke auf Meereslevel war, war der Aufstieg doch recht anstrengend, jedoch in unter zwei Stunden zu bewältigen. Nur als es auf der anderen Seite bergab ging ergab sich ein unvorhergesehenes Problem. Auf der Westseite des Aufstiegs war der Berg leicht begrünt und steinig – somit einfach zu begehen. Auf der Ost Seite allerdings ging man in einem Subtropischen Regenwald, der den Weg in ein glitschiges Abenteuer verwandelte. Ein schneller Abstieg war somit Unmöglich und mit Hilfe des umklammern von Bäumen und Sträuchern gelang es mir mich nur ein paar mal auf den Hosenboden zu setzen. Unten angekommen ging es weiter durch den Regenwald mit vielen umgekippten Bäumen mit genau der falschen Höhe und Schlammbecken enormer Ausmaße. Als ich gegen 16 Uhr am ersten Zeltplatz nach dem Berg ankam machte ich keinen großen Umstand den Plan zu ändern und nicht noch zum nächsten Platz zu laufen. Lange wartete ich auf die nächsten Wanderer, da wir am morgen mit 6 weiteren Hikern gestartet waren. John und Peter kamen erst um kurz nach Sieben ins camp und sahen ziemlich fertig aus.

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Der Rest des South Coast Trails war weniger anstrengend aber teilweise noch spektakulärer. An einer Stelle musste man parallel zu einem Wasserfall eine Klippe erklimmen und die Aussichtspunkte auf die Strände hatten durch die wiedergekehrte Sonne phänomenale Vistas.

Weiterführende Informationen zu den Tracks findet ihr (in Englisch) unter http://www.parks.tas.gov.au/?base=2265

Positive Erfahrungen: Unwirklich schöne unberührte Strände, Quasi tägliche Bademöglichkeit im Meer, Jede Menge Meerestiere für die Abendküche, Tolle Ausblicke vom höchsten Berg des Trails, Super gelegene Zeltplätze, Geniale Aussichtspunkte

Negative Erfahrungen: Matsch teilweise Hüfttief und sehr ermüdend zu überqueren, Zecken und Blutegel Population (s. Port-Davey), Lange Strecken über Holzplanken erfordern Konzentration

Fazit: Wenn mich jemand fragt welchen Trail ich am meisten genossen habe, während ich auf der Weltreise war kann ich ohne zu zögern sagen: Der South Coast Trail. Ein besseres Kompliment kann ich nicht geben.

Offizielle Webpräsenz (englisch)

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